Dienstag, 25. November 2008

Kleiner Unterschied von großer Tragweite




















Seborrhoische Keratose oder Melanom?

REGENSBURG – Sie sind hautfarben, hellbraun oder schwarz und sitzen auf der Haut wie „aufgeklebt": Seborrhoische Keratosen gehören zu den häufigsten Hauttumoren überhaupt
– mal treten sie einzeln auf, mal massenhaft.


Obwohl die sogenannten Alterswarzen häufiger bei älteren Menschen vorkommen, findet man sie auch bei jungen Erwachsenen und im Einzelfall sogar schon bei Teenagern.

Seborrhoische Keratosen sind in der Regel asymptomatisch, schreiben Privatdozent Dr. Christian
Hafner von der Universitäts-Hautklinik Regensburg und Mitarbeiter
im „Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft". Gelegentlich können sie sich aber auch – vor allem bei Trauma oder Irritation – entzündlich verändern, jucken, schmerzen oder bluten.

Blutende Alterswarzen müssen raus
Seborrhoische Keratosen sind scharf begrenzte, rundliche oder ovale und meist erhabene Tumoren, deren Oberfläche oft warzig, zerklüftet oder stumpf aussieht. Die meisten
Alterswarzen haben einen Durchmesser von 5 bis 10 mm, manche erreichen allerdings eine Größe von mehreren Zentimetern. In den meisten Fällen ist eine klinische Blickdiagnostik möglich.


Bei Unsicherheit hilft die Dermatoskopie weiter, die typischerweise Pseudohornzysten und pseudofollikuläre Öffnungen zeigt. In Einzelfällen kann die Abgrenzung z.B. zum malignen Melanom schwierig sein.

Da seborrhoische Keratosen gutartig sind, müssen sie nicht unbedingt behandelt werden. Wenn
klinisch ein bösartiger Tumor nicht sicher ausgeschlossen werden kann, muss die Hautveränderung jedoch entfernt und histologisch untersucht werden. Ebenso sollten seborrhoische Keratosen entfernt werden, wenn wegen einer ungünstigen Lokalisation
ständig mechanische Irritationen erfolgen und es deshalb zu Entzündungen und Blutungen
kommt. Häufig wünschen gerade Patienten, die multiple Alterswarzen aufweisen, eine Entfernung aus kosmetischen Gründen.

Zweifel an der Dignität:
Laser verboten

Therapie der Wahl ist die operative Entfernung z.B. mit dem scharfen Löffel oder der Ringkürette. Anschließend erfolgt die antiseptische Behandlung des Wundbetts. Auch die flache, tangentiale Abtragung der seborrhoischen Keratose mit dem Skalpell führt in der Regel zu einem guten kosmetischen Ergebnis.

Weitere mögliche Verfahren sind die kryotherapeutische Entfernung, die Elektrodesikkation oder die ablative Lasertherapie. Gestielte seborrhoische Keratosen lassen sich gut mit der elektrischen Schlinge abtragen. Falls sich der Hauttumor klinisch nicht sicher einordnen lässt,
muss ein Verfahren gewählt werden, mit dem Material für die histologische Diagnosesicherung gewonnen werden kann – eine Laserbehandlung
ist dann nicht möglich.

Topische (Tazaroten, Vitamin-DAnaloga) und systemische (oral verabreichtes 1,25-Dihydroxy-Vitamin D3) medikamentöse Behandlungsformen wurden versucht, konnten sich in der Therapie seborrhoischer Keratosen bis jetzt allerdings nicht durchsetzen.

Was kann es noch sein?
Seborrhoische Keratosen müssen von verschiedenen gut- und bösartigen Hautveränderungen abgegrenzt werden.

Bei stärker pigmentierter seborrhoischer Keratose:
malignes Melanommel
anozytärer Nävus
pigmentiertes Basalzellkarzinom
Angiokeratom
Bei gering pigmentierter seborrhoischer Keratose:
Basalzellkarzinom
Morbus Bowen
Fibrom
Verruca vulgaris
Condyloma acuminatum

AW
Christian Hafner et al., JDDG 2008; 6: 664 – 677

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Mittwoch, 30. Juli 2008

Sonnenschutz-Filter dringen bis ins Blut vor

Sonnenschutz-Filter dringen bis ins Blut vor
Medical Tribune Bericht
KOPENHAGEN – Schon länger stehen einige chemische Sonnenschutzfilter im Verdacht, endokrine Wirkungen zu entfalten. Doch kommt es überhaupt zur nennenswerten Resorption über die Haut?
Dieser Frage gingen jetzt Nadeem R. Janjua und seine dänischen Kollegen nach. 15 Männer und 17 Frauen ließen sich dafür vier Tage lang mit Sonennschutzmitteln, die Benzophenon-3 (BP-3), Octylmethoxycinnamat (OMC) und 4-Methylbenzylidencampher (4-MBC) enthielten, einschmieren. Die Konzentration entsprach etwa der empfohlenen Anwendung vergleichbarer Präparate. Schon ein bis zwei Stunden nach der Applikation waren nennenswerte Konzentrationen aller drei Substanzen im Blut nachweisbar. Auch im Urin ließen sich bei allen Teilnehmern deutliche Spuren der UV-Filter finden, berichten die Forscher im Fachmagazin Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. (22: 456-461).Aufgrund der Ergebnisse empfiehlt es sich, vor dem Sonnenbad noch mal genau auf die Flasche zu schauen. Vor allem bei Kindern sollten die untersuchten Filter nicht verwendet werden, raten die Autoren, da ihre Körperoberfläche in der Relation größer ist und sie über eine schlechtere Clearance verfügen. In Dänemark wird bei Kindern unter zwölf Jahren bereits von Sonnenschutzmitteln, die 4-MBC enthalten, gänzlich abgeraten.